Gute Prognose für die Sekundarschule


Gutachter empfiehlt Zusammenarbeit mit Betrieben und Vereinen

VON MARIANNE SCHWARZER http://www.lz.de

Ist eine Sekundarschule die richtige Lösung für die Nelkenstadt? – „Ja“, sagt Gutachter Dr. Ernst Rösner von der Technischen Universität Dortmund. „Ja, wenn Blomberg das einvernehmlich will.“

Blomberg. Die Stadt hatte den Experten mit einer „anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung“ beauftragt, die er jetzt den Mitgliedern des Schulausschusses vorstellte.

Wie berichtet, hatte der Rat entschieden, die Gründung einer Sekundarschule in Angriff zu nehmen. Der Haken: Blomberg muss für die neue Schulform mindestens 75 Kinder aus dem eigenen Stadtgebiet vorweisen. Ob das überhaupt möglich wäre, hat Dr. Rösner untersucht.

Danach könnte der Einstieg klappen. Rösner geht davon aus, dass sich der Prozentsatz der Gymnasiasten nicht oder nur geringfügig ändern wird. Vorausgesetzt, die Eltern spielen mit, stünden 88 Kinder aus dem Stadtgebiet zum Schuljahr 2014/15 für die neue Sekundarschule zur Verfügung, 2015 wären es 95, 2016 wieder 88, im Jahr drauf 77, dann steigt die Zahl wieder auf 82. Rechnet man noch potenzielle Einpendler aus Nachbarkommunen wie Schieder-Schwalenberg hinzu, dann liegen die Zahlen noch deutlich höher, teilweise weit über 100.

„Sie haben eine beachtliche Sicherheitsreserve. Wenn die Schule erst einmal gegründet ist, kräht kein Hahn mehr danach, woher die Schüler kommen.“ Den Bezirksregierungen komme es zunächst darauf an, dass im Schulentwicklungsplan fünf Jahre lang eine stabile Zahl stehe, das sei der Fall. Rösner kann sich vorstellen, dass Eltern für ihre Kinder zunächst den gemeinsamen Unterricht an der Sekundarschule wählen, bevor sie später in die gymnasiale Oberstufe wechseln. „Der Weg zum Abitur ist nicht mehr so dogmatisch vorgezeichnet“, betonte der Fachmann in seinem Vortrag.

In Bezug auf die Zahlen also beste Voraussetzungen. Aber unter welchen Bedingungen kann es mit der neuen Sekundarschule klappen? – Es muss einen breiten politischen Konsens geben, sagt Rösner. Und das scheint der Fall zu sein, wie eine kurze Abfrage unter den Schulleitern im Ausschuss ergab.

Denn die Gründung der Sekundarschule bedeutet gleichzeitig die Auflösung von Haupt- und Realschule. Realschulleiter Adolf Oord brachte es auf den Punkt: „Es gibt einfach keine Alternative.“

Das Projekt Sekundarschule hänge jedoch auch noch von weiteren Faktoren ab, betonte Rösner: „Es muss als kommunale Gemeinschaftsaufgabe begriffen werden, in der auch Betriebe und Vereine mitspielen.“

Rösner gab den Beteiligten noch etwas mit auf den Weg: „Lehnen Sie sich angesichts der Prognosen nicht zurück. Jetzt fängt die Arbeit erst an.“

Der Zeitplan

Eng getaktet sind die nächsten Schritte auf dem Weg zur Verwirklichung der Sekundarschule. Am 4. Juli ist ein Gespräch mit den Grundschullehrern geplant, die das Konzept offensiv gegenüber den Eltern vertreten sollen. Am selben Tag soll es auch um das Raumkonzept im Schulzentrum gehen. Zu einer ersten öffentliche Informationsveranstaltung sind alle interessierten Blomberger für Dienstag, 9. Juli, auf 18 Uhr in die Mensa im Schulzentrum eingeladen. Im September sollen weitere Elternabende folgen. Ende September kommt es dann zum Schwur bei der „Bedürfnisabfrage“, in der die Eltern erklären, ob sie ihr Kind in die neue Schule schicken wollen. Der Antrag bei der Bezirksregierung muss am 31. Oktober eingehen. Wenn die grünes Licht gibt, muss der Rat tagen und die Errichtung der Sekundarschule zum 1. August 2014 sowie die auslaufende Auflösung der Haupt- und der Realschule beschließen. (an)

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