Engagierter Ortsvorsteher aus Leidenschaft


Von: Blomberg Voices Redaktion http://www.blomberg-voices.de/
29.01.2014


 

Dorfausschuss Herrentrup mit Reinhard Heilig (rechts im Bild)

Reinhard Heilig ist Ortsvorsteher von Herrentrup. Durch ein Interview bei Radio Blomberg hat er von der NelkenWelt und der Möglichkeit zur Nutzung erfahren. Von Anfang an stand für ihn fest, diese Chance müsse er im Interesse der Bürger nutzen. Unsere Redaktion freut sich über die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr und würdigt das Engagement mit einem kurzen Interview. (Wir möchten an dieser Stelle noch auf einen Fehler in der NelkenWelt hinweisen, unser Bild zeigt selbstverständlich den Dorfausschuss Herrentrup, nicht Reelkirchen. Wir bitte dies zu entschuldigen)

Wie lange sind Sie schon im Amt?

Seit dem 02.07.2008

Welche Aufgaben hat ein Ortsvorsteher?

Neben den auf der Seite der Stadt beschriebenen Aufgaben (http://www.blomberg-lippe.net/politik/ortsvorsteher/) sieht mein Tagesgeschäft folgendermaßen aus: In Herrentrup halten wir fünf Dorfausschusssitzungen im Jahr ab. Diese müssen vorbereitet, durchgeführt und natürlich protokolliert (durch den Schriftführer) werden. Um den redaktionellen Teil nicht zu überreizen, mache ich mal in Stichpunkten weiter:

• Beantragung, Planung und Durchführung von Naturschutz- maßnahmen im Ortsgebiet.

• Organisation der Dorfreinigung und der jährlichen 1.Mai-Feier

• Mitarbeit in außerordentlichen Vorbereitungen wie zum Beispiel das Patchwork Event in 2013

• Mitarbeit in weiteren Gremien wie z.B. Gemeinsam Entfalten.

• Aushängen des Städtischen- sowie Veranstaltungsinfomaterials

• Organisation der jährlichen Helferwanderung.

• Vorplanung und Durchführung der Vorlesung und der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag

• Zu guter letzt wird gemeinsam mit den Ortsvorstehern Reelkirchen und Höntrup alle zwei Jahre eine Silvesterparty organisiert.

Ein wichtiger Teil ist es natürlich, nebst der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ansprechpartner für die Mitbürger in verschiedenerlei Hinsicht zu sein. Das geht los mit Themen um den jährlichen Laubfall auf öffentlichen Gelände bis hin zu Sicherheitsfragen im Rahmen der Verkehrssicherungspflichten der Stadt Blomberg. Dazwischen gibt es nicht´s was es nicht gibt (lacht dabei). Generell werde ich aber natürlich auch durch den Dorfausschuss unterstützt.

Aus welcher Motivation heraus übernimmt man so ein Amt?

Ich kann hier nur für mich sprechen. Das Amt übernommen habe ich, weil ich die Ortschaft Herrentrup in seiner Entwicklung unterstützen und weiter voranbringen möchte. Dies kann der Ortsvorsteher allein natürlich nicht leisten. Daher ist es wichtig, dass er die Unterstützung des gesamten Dorfausschussses hat. Dies ist in Herrentrup vorzüglich der Fall. Diese gute Zusammenarbeit habe ich schon vor meiner Wahl zum Ortsvorsteher als Mitglied im Dorfausschuss kennengelernt. Daher viel es mir auch leicht „Ja.“ zu sagen, als ich vom Dorfausschuss gefragt wurde, ob ich die Nachfolge von Jörg Ostermann antreten wollte. Als verlässlicher Gesprächspartner für unsere Ortschaft und für die Stadt Blomberg möchte ich, gemeinsam mit meinen Kollegen des Dorfausschusses, an der Entwicklung der Ortschaft steuernd mitwirken. Besonders im Fokus liegen dabei die Sanierung der Straßen und Wirtschaftswege sowie innerörtliche Pflegemaßnahmen. Diese werden Jahr für Jahr schlechter und verfügbare Mittel weniger.

Warum sind sie parteilos?

Die Frage ist verhältnismäßig einfach zu beantworten. Für das Amt des Ortsvorstehers ist es nicht zwingend notwendig, einer Partei anzugehören. Neben diesem Amt bin ich auch noch in einigen anderen Institutionen tätig. Wer in der Partei tätig ist, und das sieht der Außenstehende häufig nicht, muss dafür aber auch einiges an Freizeit investieren.

Kurz gesagt, es ist die fehlende Zeit. Ich vertrete die Meinung, wenn man etwas macht, sollte man es

ordentlich machen. Und wenn man das aus Zeitgründen nicht machen kann, sollte man lieber die Finger davon lassen. Des Weiteren bedeutet Parteilosigkeit aus meiner Sicht aber auch eine erweiterte Unabhängigkeit.

Wie viel Zeit steckt hinter Ihrer Arbeit?

Jedes Jahr gestaltet sich anders, alles in allem werden es in der Form wie ich dieses Amt wahrnehme ca. 550 bis 600 Stunden zusammen kommen.

Sie betreiben für den Ortsteil nicht nur einen eigenen Blog, sondern schreiben auch für die NelkenWelt. Wie finden die Herrentruper „ihre eigene“ Zeitung“?

Alle mit denen ich in dieser Hinsicht gesprochen habe, fanden die Nelkenwelt super. Und das nicht nur weil auch die Herrentruper Nachrichten hier abgedruckt sind, sondern insbesondere deswegen, weil das Blatt sich von den bereits vorhandenen durch den Stil, die andere Aufmachung aber auch inhaltlich von anderen abhebt. Das Lesen macht einfach Spaß.

Warum sind Sie der einzige Ortsvorsteher, der schreibt?

Das ist schwer zu sagen. Generell hat ja jeder der Ortsvorsteher die Möglichkeit eröffnet bekommen, entweder einen Blog, oder auch in der Nelkenweltschreiben zu können. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür an die Nelkenwelt. Die Frage kann ich leider noch nicht einmal ansatzweise beantworten. Darum möchte ich an dieser Stelle darauf eingehen warum ich dieses Medium sehr, sehr gerne nutze: Ich kann mit der Nelkenwelt auch die Mitbürger erreichen, die ich über den Blog http://www.Herrentrup.de nicht erreichen kann. Die „News“ des Ortsteiles können kostenlos weitergegeben werden. Meiner Meinung nach geht die Fortentwicklung der Ortschaften einher mit einem durchgängigen Informationsfluss, der wiederum zu Ideen und Verbesserungsvorschlägen aus der Bevölkerung führen wird. Werden diese Ideen aufgenommen, diskutiert, weiterverfolgt und soweit es geht umgesetzt, besteht Akzeptanz und Einigkeit. Dies wiederum führt dazu das ohne Beteiligung Dritter (die kosten nur Geld) dem Gemeinwohl genüge getan wird. Eingespartes Geld kann dann sinnvoll weiter verwendet werden.

Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, einen für die Großgemeinde, einen für Herrentrup…?

Diese beiden Wünsche würde ich gerne zu einem zusammenfassen! Ich würde mir wünschen, das im Sinne der Fortentwicklung der Großgemeinde unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen aller einzelnen Ortschaften ein Weg für die Zukunft gefunden wird, der nicht dahin führt, dass die Ortschaften ihre Attraktivität einbüßen. Weitere Schulschließungen, wie in Istrup geschehen, würden uns zwangsläufig auf diesen Weg bringen. Ich würde befürchten, dass dann Zuzüge ausblieben, die Kinder noch weniger würden und als Nächstes Kindergärten schließen müssten. Dann wird das Vereinsleben in Mitleidenschaft gezogen und zu guter Letzt würde der demografische Wandel in den Ortsteilen zu einer beschleunigten Überalterung führen. Das Eintreten dieses durchaus negativen Szenarios muss unbedingt vermieden

werden.

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