IKEK und die Umnutzungsgedanken zum alten Feuerwehrgeräteshauses Herrentrup


Liebe Leser,

im Laufe eines solchen Projektes, welches schon einmal mehrere Jahre in Anspruch nimmt, dann durch mehr oder weniger inhaltvolle Presseartikel begleitet wird, geht schon einmal verloren wo überhaupt der Ansatz zur Idee zu suchen ist. Dies möchte ich mit diesem Artikel wieder ein wenig in den Vordergrund rücken.

Wenn ihr das im IKEK verfasste Ziel durchlest, fettgedruckt unten, geht es also im wesentlichen um eine realisierbare Ortsteilentwicklung. Wohlgemerkt nicht um die Entwicklung der Innenstadt.

Die sogenannten Ansätze sind durch die Teilnehmenden Bürger in  den Planungswerkstätten die für uns im Sauren Krug am 06.03.2017 und 27.06.2017, initiiert durch die Stadt Blomberg, stattgefunden haben festgelegt worden. In Hinsicht dem FWGH spielte eine große Rolle die historische Bausubstanz und die Möglichkeit diese im Sinne der innörtlichen Stärkung zu nutzen. Diese damals festgelegten Punkte sind durch das Planungsbüro Drees und Huesmann aufgearbeitet und in Hinsicht IKEK bewertet worden.

In Hinsicht des alten Feuerwehrgerätehauses wurde unter dem Leitsatz „Stärkung der Wohnfunktion des Ortes“ die Umnutzung des FWGH mit 187.500€ Netto bewertet. Bis hierhin also alles „nur Zielformulierungen und Kostenabschätzungen“. Siehe Seite 180.

IKEK-Stadt_Blomberg_Stand_11.01.2018

Aber ohne ein Nutzungskonzept bleibt dies alles mit Verlaub nur graue Theorie. Und ohne Eigeninitiative der Ortschaft ließ sich nicht vermuten das dritte, also die Politik oder die Kommune hier tätig wird. Aufgrund dessen wurde von einem Planungsteam ein Konzept erarbeitet und zur Umsetzung eingereicht. Einem ursprünglich im März 2018 geplanten Verkauf  des Objektes hatte unser Bürgermeister Klaus Geise aufgrund der Bemühungen der Ortschaft im Januar 2019 erst einmal eine Absage erteilt. Dafür an dieser Stelle vielen Dank an den Bürgermeister und die BIG.

Konzept Umnutzung FWGH-Herrentrup_2

Es geht also primär um die Stärkung der Ortsgemeinschaft und die Erhaltung von baulicher und historischer Bausubstanz. Natürlich kann man auch über Lösungsansätze im privaten Umfeld nachdenken, dies würde aber in keiner Weise den Grundsätzen der im IKEK erarbeiteten Lösungsansätze nachkommen.

Mit meinen Worten so kurz wie möglich zusammengefasst ist der Umnutzungsansatz folgendermaßen zu beschreiben.

Die Dorfgemeinschaft hat sich in den genannten Veranstaltungen auf Initiative der Stadt Blomberg für eine Umnutzung im Rahmen des Ikek ausgesprochen. Der Ortsvorsteher hat sich diesem Auftrag angenommen und mit einem Planungsteam ein Konzept erarbeitet. Dieses Konzept wurde mit Unterstützung  des Bürgermeisters und der Blomberger Immobiliengesellschaft dem Blomberger Bauausschuss vorgelegt. Dieser hat nun zu entscheiden ob die durch Blomberg initiierte und in der Ortschaft beschriebene Initiative im Rahmen des IKEK zur Stärkung der Ortsteilentwicklung weiter verfolgt werden kann. Nur wenn hier eine positive Entscheidung fällt, kann davon ausgegangen werden das weitere politische Gremien sich ebenfalls positiv entscheiden und es dann letztendlich zu einer Beantragung von Fördergeldern kommen kann. Die weitere Entwicklung  gilt es nun im kommenden Verlauf abzuwarten.

Und warum ist es nun so wichtig diese Chance anzunehmen?

Aufgrund des demografischen Wandels, wir alle werden halt älter, werden bisherige Treffpunkte zwangsläufig weniger. Und damit sind wirkliche Treffpunkte gemeint. Nicht die  im Whats App sondern die, in denen man sich gegenüber sitzt und sich unterhalten kann. Wege werden, wenn man sich denn zusammensetzen will länger! Angebote Innerorts wird es voraussichtlich so gut wie keine mehr geben. Kurz gesagt, der Treffpunkt Innerorts aber auch im direkten Umfeld würde aussterben und die Dörfliche Gemeinschaft mit seiner Fortentwicklung wäre mehr als eingeschränkt. Und dies liebe Leser, ich erwähne bewusst nicht nur Herrentrup, gilt es dringend zu vermeiden.

Wenn wir also die Wohnfunktion von Herrentrup weiter positiv beeinflussen wollen sollten wir diese uns gegebene Chance, nachhaltig mit Unterstützung des IKEK Programmes,  nutzen.

Anlass und Zielsetzung des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes.

Das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) hat die Zielsetzung Gesamtkommunale strategische Aussagen über zukünftige Entwicklungsschwerpunkte für die Stadt Blomberg und hier insbesondere ihrer ländlichen Ortsteile zu formulieren.
Für die Kernstadt Blomberg erfolgte dieses im Hinblick auf die Beseitigung von städtebaulichen Missständen und der Aufwertung des historischen Stadtkerns im Rahmen eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) im Rahmen der Städtebauförderung.
Dieser Ansatz kann nicht auf die ländlichen Ortsteile erweitert werden. Hier sind andere Fragestellungen zu beantworten. Diese beziehen sich auf die Entwicklung des ländlichen Raumes allgemein (Funktionsverluste in Dörfern, Rückgang der Bevölkerung etc.) und im Falle Blombergs auf die Lage der kleineren Ortsteile im Einzugsbereich der Kernstadt und der benachbarten Zentren Detmold und Lemgo.

Hauptziel eines IKEKs ist die Formulierung von Grundsätzen und Zielen der Ortsteilentwicklung hin zu einer realisierbaren Umsetzung der daraus
abzuleitenden Projekte und Maßnahmen. Hierbei sind dann die möglichen Förderungen der Europäischen Union, des Bundes und des Landes für den ländlichen Raum zu berücksichtigen.
Das IKEK soll so eine aktive Gestaltung des demografischen Wandels herbeiführen, zentrale Funktionen stärken und weiterhin eine gute Lebensqualität für die Bewohner des Stadtgebietes sichern und weiter ausbauen. Dabei soll die dörfliche Lebensform mit ihren baulichen und kulturellen Eigenarten der jeweiligen Dörfer gestärkt werden.
Hierfür ist eine breite Mitwirkung der Bürger notwendig, um diese Schwerpunkte zu eruieren und letztendlich in Schwerpunkten zu formulieren.

Dabei liebe Leser will ich es belassen.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel noch einmal zurück führen zu den ersten Umnutzungsgedanken und zu den Ansätzen. Frei nach dem Motto wo kommen wir Ortsgemeinschaft her und wo wollen wir hin?!

 

Gruß

Reinhard Heilig

Ortsvorsteher Herrentrup

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