Die erste Erwähnung Herrentrups kann nach neuesten Nachforschungen aus dem Jahre 2005 eindeutig auf das Jahr 1036 taxiert werden. Am 25. Mai 1036 weihte Bischof Meinwerk von Paderborn die nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche errichtete Busdorfkirche in Paderborn. Meinwerk stattete das zugehörige Busdorfstift und seine Stiftsherren mit den Zehnten aus den jährlichen Erträgen der bischöflichen Haupthöfe und Vorwerke aus. Zur curtis dominicalis (dem herrschaftlichen Haupthof) Ogenhusen (Oeynhausen) gehörten demnach sex vorwerc (sechs Vorwerke): darunter Hardinchtorp, das heutige Herrentrup.
Der Dorfausschuss hat diese Jahresangabe auf den alten Meilensteinen am Dorfplatz verewigt.Im Landschatzregister von 1467 sind für Herrentrup 12 Eigentümer von Grundbesitz nachgewiesen, darunter der heute noch in Herrentrup vertretene Familienname Kuhlemeier.
Nach dem Salbuch von 1644 gab es in Herrentrup 4 Vollspänner, 6 Halbspänner, 3 Großkötter und 10 Kleinkötter. Noch heute finden sich im alten Ortskern von Herrentrup 4 Gebäude, die bereits vor 1644 errichtet wurden.
1690 wurde von Graf Kasimir von Brake der Saurekrug in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Standort errichtet. Die Lage war maßgeblich durch die Nähe zur für damalige Verhältnisse vielbefahrenen Cöllnischen Landstraße begründet. 1833 wurden die alten Gebäude abgerissen und das jetzige Haupthaus neu errichtet. Dieser Neubau war aus dem schlechten baulichen Zustand der alten Gebäude heraus erforderlich, aber auch dadurch, dass durch den Ausbau der Chaussee die Cöllnische Landstraße auf der alten Trasse nicht mehr genutzt wurde. Der Saurekrug wurde um 180 Grad und war nicht mehr zum Karrweg, sondern zur 1822 gebauten neuen Chaussee hin ausgerichtet.
Die Volkszählung 1828 ermittelt für Herrentrup 277 Einwohner.
1883 wurden bei dem einzigen überlieferten Großbrand, bei dem mehrere Gebäude betroffen waren, die Höfe Harting, Meyer und das Gebäude der Familie Berghahn-Möller vernichtet. Während der Hof Meyer (jetzt Tegt) an alter Stelle an der Unteren Straße neu errichtet wurde, siedelten Hartings (jetzt Krome) in die heutige Lage In der Howe um.
Von 1926 bis 1936 gab es in Herrentrup eine Straßenbahnhaltestelle der PESAG an der Linie Bad Meinberg – Blomberg.
Haupthaus Lohmeier (heute Schäfer) ca. 1928, Herrentrup, Hof Nr. 10
Alwine und Grete Lohmeier, Knecht Wilhelm, links vom Dielentor, Palmenbündel (Braunkohl), Foto: Rudolf Schäfer
Weitere Informationen zur Geschichte Herrentrups können den weiter unten angegeben Veröffentlichungen entnommen werden.
Haupthaus Lohmeier (heute Schäfer) im Dielentor ca. 1930 Herrentrup, Hof Nr. 10
von links nach rechts: Mimmi Winter (Lerch), Herr ?, Alwine Lohmeier (*23.4.1922,+22.5.1979), Minna Lohmeier (geb. Grawe 21.5.1887,+14.6.1970), Grete Lohmeier (Havergoh), Ernst Lohmeier (*19.11.1887, +14.7.1954), Knecht, Wilhelm, Foto: Rudolf Schäfer

Leibzuchthaus und Remise, Hof Lohmeier (heute Schäfer) von ca. 1930, Herrentrup, Hof Nr. 10
von links nach rechts: Ernst Ostermann, Junge im weißen Hemd ?, Gustav Frewert, Frau Winter, Mann im braunen Hemd ?, Grete Lohmeier (Havergoh), Alwine Lohmeier (*23.4.1922,+22.5.1979), Günter Ferwert (*?, +?), Amalie Lohmeier (geb, Brüggemann,*7.9.1871,+11.4.1940), Mann im weißen Hemd ?, Ludwig Grawe, Foto: Rudolf Schäfer

Schäfer, Leibzuchthaus, Reckenbruch 2a, Foto 1983
Als die heutigen Eigentümer das Leibzuchthaus kauften hatte es 20-Jahre leergestanden und war innen zum Müllabladelager geworden.
Bauspezialisten hatten das Fachwerkhaus so defekt eingestuft, dass eine Renovierung nicht mehr möglich war. So hatte 1982, die Stadt Detmold, als damaliger Eigentümer, den Abbruch des Vierständerhauses, mit Zustimmung des Denkmalamtes Münster, genehmigen lassen.
Durch aufwändige Baumaßnahmen in liebevoller Eigenarbeit wurde dieses Haus (1983-87) von Marlies & Rudolf Schäfer vor
dem Abbruch gerettet.
Heute steht das Fachwerkhaus auf der Wunschliste des Denkmalamtes Münster.

